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Sadakos Kranich

Der größte „Schatz“ der Friedensburg ist ein winziger Vogel aus Papier

Sadakos Kranich

Gerade einmal zweieinhalb Jahre alt war Sadako Sasaki, als am 6. August 1945 über ihrer Heimat- stadt Hiroshima die Atombombe explodierte. 140.000 Einwohner waren sofort tot oder starben innerhalb weniger Tage. Andere schienen den ersten nuklearen Angriff der Geschichte überlebt zu haben.

Auch die kleine Sadako verbrachte die folgenden Jahre ihrer Kindheit zunächst ohne sichtbare Anzeichen der Verstrahlung. Sie war ein fröhliches Mädchen, das gern in die Schule ging, eine gute Sportlerin. Bis sie im Alter von 12 Jahren doch noch von den Spätfolgen des Atombomben-Abwurfs eingeholt wurde. Sadako erkrankte an Leukämie.
Im Krankenhaus konnte man ihr nicht wirklich helfen.

Eine Freundin erzählte ihr von dem alten japanischen Glauben: Wer 1000 Kraniche nach der überlieferten „Origami“ -Technik aus Papier faltet, dessen Herzenswunsch wird in Erfüllung gehen. Sadako machte sich an die Arbeit. Aber als die tausend Papiervögel fertig waren, ging es dem Mädchen schlechter als zuvor. „Du musst Dich mehr anstrengen“, glaubte die Patientin und faltete weitere Kraniche, immer kleiner, immer kunstvoller.

Trotzdem musste sie im Oktober 1956, kurz vor ihrem 13. Geburtstag, an Leukämie sterben. Eine Handvoll winziger Vögel aus Papier, die sie mit letzter Kraft gefaltet hatte, waren ihr einziger Nachlass.

Die Familie beschloss, das Vermächtnis des gestorbenen Mädchens in die Welt hinaus zu tragen. Die letzten fünf Kraniche aus Sadakos Hand sollten als Botschafter des Friedens auf die fünf Kontinente verteilt werden. Im September 2009 brachte Sadakos jüngerer Bruder den Kranich für den Kontinent Europa auf die Friedensburg Schlaining.

Ist der Kranich auch nur wenige Millimeter klein – so steht er doch als Symbol für den größten Traum der Menschheit. Wir bewahren ihn in unserer Friedensbibliothek auf, als Ansporn für unsere Arbeit, als Mahnmal gegen den mörderischen Wahnsinn des Krieges und für die friedliche Verständigung unter den Völkern der Erde.

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